Als KMU-Betrieb ist man immer wieder auf der Suche nach neuen erfolgsversprechenden Produkten. Durch den zunehmenden globalen Weltmarkt ist es möglich, günstig in fernen Ländern einzukaufen und hier mit einem guten Gewinn wieder  zu verkaufen. Das ist heute so, dass war aber auch schon früher so. Hier ein Beispiel eines Produktes mit Ursprung Zentralamerika. Ein Produkt, das heute nicht mehr wegzudenken ist und sich sozusagen zu einem klassischen «Schweizer-Image-Produkt» entwickelt hat: der Schokolade. Eine Geschichte mit Schattenseiten.

Geschichte von Produkten: Die bittersüsse Geschichte der Schokolade

Geschichte von Produkten: Die bittersüsse Geschichte der Schokolade

Die bittersüsse Geschichte der Schokolade

Die Schokolade erblickte vor rund 1’400 Jahren als aufgeschäumtes Getränk namens «Xocolatl» das Licht der Welt, oder besser: das sonnendurchflutete Licht Zentralamerikas. Die Mayas kultivierten damals veritable Kakaoplantagen und attribuierten der roten Bohne sogar eine göttliche Dimension. Lange Zeit wurde sie auch als Zahlungsmittel verwendet. Die Mayas hatten ihr Schokogetränk also offensichtlich überaus geschätzt.

Vom Getränk zur Tafel: Die Schokolade in Europa

Dies taten auch die spanischen Eroberer rund tausend Jahre später und schifften die Kakaobohne in grossen Mengen nach Europa. Sie begannen sie zu mahlen und mit Gewürzen zu vermischen. Schnell machte sich das nahrhafte, exotisch-bittere Getränke einen Namen und fand nicht nur am spanischen, sondern in kürzester Zeit auch am französischen Hof, und wenig später unter der gesamten Aristokratie Europas, grossen Anklang. Als mit dem Niedergang der Aristokratie und dem Aufstreben des Bürgertums Tee und Kaffee die Schokolade als Heissgetränk verdrängten, bewiesen italienische «cioccolatieri» Geschmack und Innovation und boten Schokolade in fester Form auf Jahrmärkten feil.

So fand die Schokolade, wie wir sie heute kennen und lieben, zu Beginn des 19. Jahrhunderts ihren Weg über Italien und Frankreich in die Schweiz, wo Pioniere wie François-Louis Cailler die ersten Schokoladenfabriken erbauten und damit grossen kommerziellen Erfolg erzielten.

Der bittere Beigeschmack von Schokolade

Da aber der Import von Kakao verhältnismässig teuer war, drückten die Schweizer Unternehmer die Preise so stark, dass gesundheitsschädigende und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen inklusive Kinderarbeit auf den Plantagenfeldern Südamerikas zum traurigen Standard wurden. Ausgerechnet diese göttliche Bohne führte die Menschen in eine beinahe teuflische Versklavung. Während den Schweizerinnen und Schweizer die süsse Schokolade auf der Zunge zerschmolz, floss den Arbeitenden der Schweiss in Strömen. In bitterer Armut, mit hungrigen Bäuchen und schwarzen Zukunftsaussichten schuften sie bis heute für günstige Schokoladenriegel in unseren Supermärkten.

Der Faire Handel prägt die Geschichte der Schokolade

Es war in den späten 80er Jahren des 20. Jahrhunderts, als das damalige claro-Team das Konzept des Fairen Handels auf bolivianische Kakaobauern anzuwenden begann. Eine qualitativ hochwertige, fair gehandelte Schokolade wurde zum Flaggschiff der Fair Trade-Bewegung in der Schweiz und darüber hinaus. Die Nachfrage hier stieg beständig und die Bauern dort, die davon profitieren konnten, wuchsen ebenso beständig in ihrer Zahl. Heute sind es 1’200 Kakaobauern, die von den innovativen Projekten von claro fair trade leben. Dank dem Fairen Handel ist die Schokolade auch für sie wieder süss statt bitter.