(Von Jasmin Taher) Mein Neffe macht momentan eine Weiterbildung zum Industriemeister. Die Ausbildung umfasst neben den technischen Fächer, wie Fertigungs- und Montagetechnik sowie Logistik, auch Marketing, Kommunikation und Rechnungswesen. Selbst wenn er nach der Abschlussprüfung ein Grundlagenwissen in Buchhaltung haben wird, bleibt er Techniker und wird kein Buchhalter. Aber er wird in der Lage sein, die Daten und Informationen aus der Buchhaltung zu interpretieren.

Die Buchhaltung ist die Abteilung in einem Unternehmen, die sich um die Buchführung kümmert. Als Buchführung wird die geordnete Aufzeichnung und Dokumentation aller Geschäftsvorgänge in einem Unternehmen bezeichnet.

Die Buchhaltung sorgt dafür, dass alle Geschäftsvorgänge lückenlos, ordentlich und vor allem zeitnah dokumentiert und aufgezeichnet werden. Nur so ist es möglich, dass Inhaber, Geschäftsführer oder der Kader und Führungspersonal jederzeit über den aktuellen Zustand der Unternehmung und ihre Finanzen im Bilde bleiben. Und nur so kann man – im Fall von etwaigen Problemen – frühzeitig korrigierend eingreifen, wenn etwas aus dem Ruder laufen sollte.

Controlling: Probleme erkennen, korrigierend einschreiten

Das Buchen eines Zahlungseingangs reduziert die offenen Forderungen gegenüber einem Kunden. Werden Rechnungen nicht oder erst nach Mahnung beglichen, erkennt man, dass dieser Kunde eine schleppende Zahlungsmoral hat. Manchmal hilft ein klärendes Gespräch mit dem Kunden, ein anderes Mal ist es betriebswirtschaftlich sinnvoll, die Lieferungen an diesen Kunden einzustellen.

Auch für die Preiskalkulation ist es nötig, auf aktuelle Informationen zurückgreifen zu können. Die Erhöhung eines Rohstoffpreises seitens eines Lieferanten hat einen grossen Einfluss darauf, ob sich die Produktion eines Artikels rechnet. Gegebenenfalls muss die Preiserhöhung an die Kunden weitergegeben werden, der Artikel aus dem Sortiment genommen werden oder vorübergehend mit einem entsprechend reduzierten Deckungsbeitrag verkauft werden, bis beispielsweise ein günstigerer Lieferant gefunden wurde.

Nur wenn man aktuelle Zahlen einsehen kann, kann man aufgrund dieser Daten entscheiden und steuernd einschreiten.

Die Zahlen muss man lesen können

Wenn man in einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen keine eigene Buchhaltungsabteilung unterhalten kann oder möchte, ist es möglich auf Dienstleister, Treuhänder und Steuerberater zurückgreifenj. Sie unterstützen bei den mannigfaltigen buchhalterischen Aufgaben – buchen, kontieren, Rechnungseingänge, offene Rechnungen, Mahnwesen… Heutzutage führt man die Bücher nicht mehr manuell in einem Buch, vielmehr gibt es entsprechende Buchhaltungssoftware, in der gebucht wird. Diese unterstützt beim betrieblichen Rechnungswesen und der Lohn- und Finanzbuchhaltung, liefert Zahlen, Bilanzen, Aufstellungen und Statistiken. Wie man diese Zahlen, die aus der Buchhaltung geliefert werden, liest und interpretiert, kann man in einer Aus- oder Weiterbildung, wie in der zum Industriemeister, lernen.

Quellenangaben und Tipps